Dammbruch Attapeu Province, Bezirk Sanam Xay, LAOS, 23.10.2018

Am 23.10.2018 wurden die für unser Hilfsprojekt gefertigten Schulmöbel feierlich übergeben. Bürgermeister, Rektoren, Dorfälteste und andere wichtige Menschen sowie Kinder aus betroffenen Schulen waren geladen. Die Gruppe unserer Freunde und Vertrauensleute aus Savannaket, (5 Fahrstunden entfernt,) waren alle zur Gestaltung der Übergabe angereist.

Alle Möbel wurden mit unserem gemeinsamen Logo beschriftet und in einem großen Zelt aufgestellt. Sie konnten nun besichtigt und ausprobiert werden. Nach der Feier wurden sie in verschiedene Schulen in betroffenen Ortschaften nach Bedarf verteilt. (Ban (Dorf) Hadyao, Ban Sengchanh etc.) Von der regionalen Verwaltung erhielten wir eine Urkunde mit Dank für unser Engagement, die Freunde aus Savannaket brachten ein Transparent mit Angaben zu unserer Zusammenarbeit mit.

Unser Projekt ist damit fürs Erste abgeschlossen, wir werden aber in enger Verbindung bleiben, um zu sehen, wie es in der Region nun weitergeht und ob weiterer Hilfsbedarf notwendig ist.

Da es sich insgesamt um 54 geschädigte Schulen handelt, kann unsere Unterstützung leider nur einen Teil des gesamten Bedarfes abdecken.

Deshalb hoffen wir im Lauf der nächsten Zeit noch auf weitere Spenden, die ebenfalls unserem „Attapeu“ Projekt zugeführt werden können. .

Wir danken für Ihre Mithilfe und Ihr Interesse

Irene Heine
www.freunde-laos.de


Spendenkonto Freunde Lao`s
IBAN: DE37 6049 1430 3477 4090 00 BIC:GENODES1VBB
Bei Überweisung Ihrer Spende bitte Kennwort „Attapeu“


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SPENDENAUFRUF FÜR ATTAPEU


Am Montag, dem 23.07.2018 ist ein im Bau befindlicher Staudamm eines Wasserkraftwerkes im Südosten von Laos gebrochen. Die Bevölkerung war nicht vorgewarnt, eine Evakuierung war nicht vorgesehen. Mitten in der Nacht wurden die Bewohner von mindestens 6 großen Dörfern von der Flut überrascht, geschätzte fünf Milliarden Kubikmeter Wasser rissen alles mit. Die Menschen konnten, wenn sie Glück hatten, ihr nacktes Leben retten. Häuser, Felder, Tiere, Menschen, alles versank in der Flut...

Es ist uns bereits gelungen, dringend benötigte Matratzen über laotische Freunde, die vor Ort sind, zu finanzieren und übergeben zu lassen. Sie haben ebenfalls Trinkwasser, Lebensmittel und Bekleidung überbracht. Die momentane Situation ist unübersichtlich. Es gibt noch keinen offiziellen Überblick über die Gesamtsituation und über Zahlen von Toten und Vermissten. Wir werden weiterhin genau informiert.

Bitte unterstützen Sie uns, damit wir weiter in Attapeu helfen können und bedenken Sie, wie wohlversorgt und sicher wir unser Leben in unserer Heimat verbringen dürfen!!!

Danke

Irene S. Heine
1. Vorstand

Spendenkonto Freunde Lao`s
VR-Bank Neckar-Enz eG
IBAN: DE37 6049 1430 3477 4090 00
BIC: GENODES1VBB

Bei Überweisung Ihrer Spende bitte Kennwort „Attapeu“

Ausführliche Informationen zum Dammbruch hier

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Rundbrief Februar 2018

Hier als PDF-Datei


Liebe Freunde in Deutschland im Februar 2018


Ich freue mich, dass es meine Zeit erlaubt, noch einen weiteren Rundbrief aus Laos für 2018 zu schreiben. Ich werde mich kürzer fassen als beim ersten Brief um meine Leser nicht zu langweilen oder zu überfordern.

In der Zwischenzeit habe ich die weiteren Besuche und Projekte in Angriff genommen und alles ist vollständig erledigt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wir unsere Timetables erstellen können, ohne dass wichtige Personen fehlen würden. Irgendwie ist so eine Grob-Planung effizienter als eine strikte Vorgabe, die ist eben nicht flexibel…

Und irgendwie bekommen wir immer Hilfe, von wo auch immer. Wenn man offen ist dafür, kommt sie..

So war meine erste weitere Reise ein Horrortrip nach Muang Khoua, Nordost-Laos. Lehre für die Zukunft, kein vietnamesischer Bus. Hab ich aber leider gemacht, ich musste Richtung Vietnam fahren und fand es praktisch, im Gegensatz zu dem laotischen Bus ohne Umsteigen an mein Ziel zu kommen. Es wurde dann extrem. Das Personal steht wohl unter extremen Zeitdruck und sie halten nicht an. Da viele Laoten unter extremer Reiseübelkeit leiden, sind die Folgen vorstellbar.. Es war ein Gefühl wie bei einer Geiselnahme, niemand traute sich, einzugreifen. Einige total verschüchterte Touristen waren entsetzt über das Vorgehen dieser Leute.

In Muang Khoua trafen dann am nächsten Tag unsere 8 Patenkinder, 4 Zwillingspaare. in Sogar die 100 km entfernt wohnenden Mädels waren mi9t Mama gekommen. Es ist nach vielen Jahren Patenschaftsgeschichte ein wirklicher Event für alle. Am nächsten Tag besuchten wir per Moped eine der Familien, über deren Befinden ich mir ein genaueres Bild machen musste. Ein weiterer Höllenritt. Eine ausgefahrene Stein- und Staubstrasse, gebaut hauptsächlich für Transporte von und zu den geplanten 2 Dämmen. Erosion, Steinschlag, das ganze Programm, oft mussten wir absteigen und schieben, da das Fahren zu gefährlich wurde. Plötzlich war die Strasse dicht, LKW s räumten bereits den Berg beiseite, aber ein Vorbeikommen war nicht möglich. Im Staub sahen wir das Dorf unten am Berg, direkt vor dem Erdrutsch.

Es ist ein gefährdetes, erbärmliches Leben in diesen Dörfern, die Leute sind verunsichert, werden bald umgesiedelt, keiner weiß wirklich Bescheid. Wir können nur materiell helfen, sind sprachlos ob des Elends, das sich durch die Dämme mit nicht absehbaren Folgen vergrößern wird. Es ist vorstellbar, dass in der Regenzeit Erdrutsche ganze Dörfer verschlingen werden. Es geht ums blanke Überleben, Schule, soziales Leben, Zugang zu Waren ist zweitrangig.

Wir unterstützen die Familie, die vor 3 Jahren den Vater durch einen Bootsunfall verlor. Die Zwillinge haben Patenschaften in Deutschland. Die Mutter wirkt wieder stabil, konnte zusätzliches Land erwerben und baut mit Hilfe ihres Bruder und ihres ältesten Sohnes mehrere verschiedene Crops an.


Nun- etwas Positives: Elefant Festival in Xayaboury.

Ein Urlaubstag.der morgens um 5 Uhr beginnt.

69 Elefanten, tausende Besucher auf einem riesigen staubigen Feld. Paraden, die führende Politikerriege. Wir unterwegs mit einer starken Truppe, Kinder aus der Library und einige Begleiter. Es war wie immer- umwerfend, anstrengend, heiß…

Nach einem Tag zu Hause mit Planung der Besuche an unseren grossen Schulen, die ca. 9 stündige Fahrt mit dem Slow Boat stromaufwärts über den Maae Nam Khong (Mutter Wasser Khong), kurz Mekong nach Pak Beng, nahe der thailändischen Grenze. Dort wurde ich erfreulicherweise von Freunden und dem Direktor einer Schule in Empfang genommen. Ich durfte erstmals seit sehr langer Zeit privat bei der Familie eines Freundes wohnen. Bisher war das nicht gerne gesehen und es war möglich, dass plötzlich die Polizei in der Tür stand. Die Sitten scheinen sich zu lockern…

Nächster Tag Schule Nummer 1, unser Vorschul-Projekt. Das Haus steht, wird genutzt, 70 Kinder finden ausreichend Platz. Wir brauchen jetzt eine Umzäunung, einen zementierten Boden ums Haus und eine Toilette. Unsere diesjährige Unterstützung steht dafür. Ich bekam einen Empfang durch die Kinder und die Lehrerinnen haben für uns alle gekocht.

Am Nachmittag war ein Ausflug zu einem Wasserfall angesagt. Dafür mussten wir durch die chinesischen Bananen Plantagen. Ein absoluter Schock. Tote Erde, Plastik in Massen, zerpflügte Erde, Wasser aus dem Fluss zugeleitet. Das nahe Dorf hat nur noch abends Wasser. Der Verdacht, dass Kontamination besteht, liegt nahe, es gibt aber keine Prüfinstanzen Mittendrin leben Familien chinesischer Arbeiter, die Kinder haben keinen Zugang zu Schulen.

Es gibt keine Maßnahmen dagegen, die Felder sind für 99 oder 50 Jahre verpachtet, die Bananen holpern jede Nacht nach China. Eine Diskussion ist müßig..

Der Wasserfall war schön, aber bereits belegt mit chinesischen Besuchern.

Am nächsten Morgen Schule Nr. 2. Hier muss an unserem 5 räumigen Gebäude noch die Zwischendecke eingebaut werden, Da die Gegend aber nicht mehr bewaldet ist, dadurch auch kein Unterholz mehr wächst, gibt es keinen Bambus mehr, das Mittel der Wahl. Die Matten aus anderen Landesteilen zu holen, ist absolut zu teuer. Holz ist unerschwinglich. So muss überlegt werden, ob zuerst die bereits begonnenen Speise- Unterrichts-Räume weitergebaut werden sollen, da erneut Platzmangel besteht.

Danke an die Direktoren beider Schulen, Mr. Siang Phann und Mrs. Seng La für ihre Geduld, Umsicht und planerischen Fähigkeiten, die uns die Arbeit mit ihnen immer erfolgreich möglich macht










„Behandle jedes Kind, als sei es dein eigenes“

Gerne weise ich nochmals auf unsere Website hin, die demnächst aktualisiert wird. www.freunde-laos.de

Und nicht vergessen:
„Lao PDR“, (people democratic republic) oder auch, please don`t rush, und schwäbisch „no net hudla“ ….

In diesem Sinne grüße ich alle ganz herzlich Irene Somsee Heine
Im Februar 2018
Het boun dai boun
What goes around, comes around
Wenn wir Gutes tun, kommt Gutes zurück
(wichtiger Satz aus dem Buddhismus